Was ist eigentlich eine Botschafterin/ ein Botschafter?

10.08.2016

Botschafterinnen und Botschafter haben den Auftrag, in den Ländern, in denen sie arbeiten, mit anderen Leuten zu sprechen. Möglichst mit denen, auf die es ankommt: zum Beispiel Politiker, Regierungsbeamte und Wirtschaftsleute. Denn ein Botschafter soll erfahren, was im Gastland passiert und was dort wichtig ist.

Bundesadler an der deutschen Botschaft Tel Aviv Bild vergrößern Bundesadler an der deutschen Botschaft Tel Aviv (© Photothek.net/Koehler) Was Botschafter über die Politik, die Wirtschaft und vieles andere mehr in ihrem Gastland erfahren und beobachten, berichten sie dem Auswärtigen Amt in Berlin. Die deutschen Botschafter und Botschafterinnen sollen aber nicht nur beobachten und berichten, was in ihrem Gastland passiert. Sie sollen auch der Regierung und den Menschen im Gastland erklären, was und warum etwas in Deutschland passiert. Vor allem sollen sie dafür sorgen, dass sich die Beziehungen zwischen Deutschland und dem Gastland gut entwickeln.

Alle drei Jahre umziehen

Mit Leuten zu sprechen, wichtige Dinge im Gastland zu erfahren und andererseits über Deutschland zu informieren, hört sich nach nicht viel Stress an. Aber das Leben von Botschaftern kann sehr anstrengend sein. Denn: Sie ziehen regelmäßig um, durchschnittlich alle drei Jahre. Für ihre Familien heißt das dann auch: alle drei Jahre ein neues Land, eine neue Sprache, eine neue Schule und –hoffentlich– auch neue Freunde.

Und: Deutsche Botschafter müssen auch Deutschland gut genug kennen, damit sie in ihrem Gastland erklären können, was gerade in Deutschland passiert und warum. Dafür ist es wichtig, dass sie zwischendurch immer wieder für längere Zeit im Inland wohnen. Dann heißt es wieder: Koffer und Kisten packen und zurück nach Berlin.

Empfang der Botschafterinnen und Botschafter bei Bundeskanzlerin Angela Merkel Bild vergrößern Empfang ausländischer Botschafterinnen und Botschafter bei Bundeskanzlerin Angela Merke (© picture-alliance/dpa) Ein weiter Horizont

Damit Botschafterinnen und Botschafter einen richtig „weiten Horizont“ bekommen, werden sie in ganz unterschiedliche Länder geschickt, zum Beispiel von Kanada nach Togo, und danach vielleicht nach China.

Viele Sprachen sprechen

Um sich im Ausland zurecht zu finden und mit vielen Leuten reden zu können, müssen sie viele Sprachen lernen. Englisch und Französisch können sie immer gut sprechen, manche beherrschen auch Russisch, Mandarin oder Arabisch sehr gut.

Übrigens: Alle Menschen, die für Deutschland an den Auslandsvertretungen arbeiten, nennt man Diplomatinnen und Diplomaten. Der Botschafter ist der Chef einer Botschaft. Um Botschafterin oder Botschafter zu werden, muss man eine lange Zeit beim Auswärtigen Amt arbeiten.

© Auswärtiges Amt