Was ist eigentlich ein Diktator?
Seit einiger Zeit wird in den Nachrichten viel von Diktatoren geredet. Zum Beispiel wird der syrische Staatschef Assad häufig Diktator genannt. Auch im Zusammenhang mit Libyens ehemaligen Machthaber Gaddafi, der inzwischen tot ist, kam das Wort immer vor. "Die Zeit des Diktators ist vorbei" oder "Der Diktator muss gehen" hieß es dann oft. Aber - was ist eigentlich genau ein Diktator?
Das Lexikon setzt das Wort Diktator mit diesen Bezeichnungen gleich: Alleinherrscher, Despot, Gewaltherrscher, Tyrann, Unterdrücker... Damit dürfte eines schon einmal klar sein: Diktator ist kein sonderlich positives Wort.
Ein Diktator bestimmt alleine
Ein Diktator ist normalerweise eine Person, die alleine - oder mit einer kleinen Gruppe von Vertrauten - herrscht. Das heißt, dass der Diktator alles bestimmt, was in seinem Land geschieht.
In einer Demokratie - zum Beispiel in Deutschland oder anderen europäischen Ländern - gibt es verschiedene Gewalten, die voneinander unabhängig sein und sich so gegenseitig kontrollieren können sollen. Zum Beispiel ist es wichtig, dass die Justiz - also die Gerichte - unabhängig sind, damit sie gerechte Urteile fällen können und sich nicht von einem Politiker oder jemand anderem beeinflussen lassen. Außerdem gibt es ein Parlament, das Gesetze und andere wichtige Entscheidungen beschließen muss und auch die Regierung kontrolliert.
Diktator ohne Kontrolle
In einer Diktatur, in der ein Diktator regiert, gibt es diese gegenseitige Kontrolle nicht. Entweder, weil der Herrscher sie ganz abgeschafft hat oder weil es sie offiziell zwar gibt, sie in der Praxis aber nicht funktioniert. Zum Beispiel lassen viele Diktaturen zwar Wahlen zu - sie sind aber dann nicht wirklich frei, gleich und geheim, sondern werden manipuliert. Oft steht zum Beispiel niemand außer dem Diktator zur Wahl, oder Menschen, die anders wählen wollen, werden eingeschüchtert oder bedroht.