Warum reden eigentlich alle von Libyen und Syrien?

22.08.2011

In Bengasi feiern Anhänger der Rebellen Bild vergrößern In Libyen feiern Gaddafi-Gegner Erfolge der Rebellen (© picture alliance / dpa) Die Bilder sind überall: Kaum hat man den Fernseher angemacht und schaut Nachrichten, geht es schnell um Syrien oder Libyen. Von Diktatoren ist dann die Rede, von Gewalt und Menschenrechtsverletzungen. Was passiert in diesen Ländern eigentlich gerade?

Seit Monaten gibt es in verschiedenen Ländern Nordafrikas und des Nahen Ostens Umbrüche und Proteste. Davon hast Du sicher schon gehört. Mehr über die Ursachen kannst Du außerdem hier nachlesen:  Proteste an jeder Ecke
In Ländern wie Tunesien oder Ägypten haben die Proteste ziemlich schnell Veränderung gebracht. Langjährige Herrscher mussten zurücktreten, und jetzt versuchen neue Regierungen oder so genannte Übergangsregierungen, ihre Länder so zu gestalten, dass die Menschen zufriedener sind. Mit freien Wahlen zum Beispiel - Wahlen also, bei denen die Menschen wirklich eine Wahl haben und entscheiden können, wer sie regieren soll.

In Libyen und Syrien protestieren die Menschen auch schon lange, doch mit der Veränderung ist es schwieriger, weil sich dort die Herrscher besonders hartnäckig an die Macht klammern.

Syrien: Ein junger Herrscher und enttäuschte Hoffnungen

In Syrien herrscht Baschar al-Assad, der die Macht vor rund zehn Jahren von seinem Vater übernommen hat. Auch weil Baschar al-Assad jung war und im Ausland studiert hatte, haben damals viele Menschen gehofft, dass er ein modernerer Staatsmann werden könnte als sein Vater und dass er den Syrern mehr politische Freiheiten und Rechte gewähren würde. Bild von Baschar al-Assad Bild vergrößern Hält die Macht ganz fest: Baschar al-Assad (© picture alliance / abaca) Diese Hoffnungen hat er nicht erfüllt. 

Seit März protestieren in vielen Städten in ganz Syrien Tausende von Menschen, die mehr Rechte und Freiheiten wollen. Doch statt den Demonstranten zuzuhören und auf sie zuzugehen, hat Baschar Assad das syrische Militär auf die Demonstranten losgeschickt. Es gibt sehr wenige Nachrichten und Bilder aus dem Land, weil ausländische Journalisten nicht einreisen dürfen. Aber nach allem, was man hört, hat es sehr viele Tote und Verletzte gegeben. 

Die Regierungschefs anderer Länder haben Assad immer wieder ermahnt, die Gewalt zu stoppen und mit seinen Bürgern zu reden, aber bisher ist er stur geblieben. Auch die Vereinten Nationen  - das ist die Organisation, in der fast alle Staaten der Welt sind - haben immer wieder gefordert, Schluss mit der Gewalt zu machen, doch auch auf sie hat Assad nicht gehört.

Libyen: Ein Diktator, der sein Volk bekämpft

In Libyen hat die Welt es mit einem anderen Diktator zu tun: Muammar al-Gaddafi herrscht dort schon seit mehr als vierzig Jahren. Bei öffentlichen Auftritten mit anderen Politikern ist er häufig aufgefallen, weil er farbenfrohe und ausgefallene Phantasie-Uniformen trug. Außerdem schlief er bei Staatsbesuchen im Ausland auch gerne mal in einem mitgebrachten Beduinenzelt. 

Portrait von Muammar al-Gaddafi Bild vergrößern Mehr als 40 Jahre an der Macht: Muammar al-Gaddafi (© picture alliance / dpa) Seit Februar haben auch in Libyen immer mehr Menschen dagegen protestiert, dass Gaddafi gemeinsam mit seiner Familie und einigen wenigen Vertrauten alleine bestimmt, was im Land passiert. Dabei kam es schnell zu Gewalt, die Soldaten von Gaddafi und seine Gegner - die so genannten Aufständischen - haben sich heftig bekämpft, viele Menschen sind gestorben.

Die Weltgemeinschaft beschließt Unterstützung

In dieser Situation haben die Vereinten Nationen im März darüber beraten, wie sie verhindern können, dass Gaddafi einen Krieg gegen sein eigenes Volk führt und noch mehr Menschen sterben müssen. Die Vereinten Nationen haben dann eine Resolution erlassen, die es anderen Ländern erlaubt, die Aufständischen militärisch zu unterstützen. 

Über diese Entscheidung hat es einigen Streit in der Weltgemeinschaft gegeben, weil prinzipiell eigentlich der Grundsatz gilt, dass man sich nicht in die Angelegenheiten anderer Staaten einmischen soll.

In Fall von Libyen schien es der Mehrheit der Staaten aber wichtiger, den Menschen im Land zu helfen und weiteres Blutvergießen zu verhindern. Sie haben die Aufständischen bei ihrem Kampf gegen Gaddafi also unterstützt, und seit einigen Tagen sieht es so aus, als sei Gaddafi besiegt. Allerdings sind die Nachrichten aus Libyen nach wie vor verwirrend. Denn niemand weiß genau, wo Gaddafi sich aufhält und wann die Menschen dort wieder ein einigermaßen normales Leben führen können.

Was ist eine Resolution der Vereinten Nationen?

© Auswärtiges Amt

Was ist / sind eigentlich...

Begriffe aus der Politik sind oft schwer zu verstehen. Wir erklären sie deshalb leichtverständlich.