Waffenruhe in Gaza
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Israelische Soldaten in Gaza nach dem Ende der Kämpfe
(© dpa/picture-alliance)
Nach über drei Wochen schweigen in Gaza endlich die Waffen. Am vergangenen Samstag hat erst Israel eine einseitige Waffenruhe verkündet, am Tag darauf auch die in Gaza herrschende Hamas. Jetzt muss man dafür sorgen, dass die Menschen in Gaza schnell Hilfe bekommen und der Waffenstillstand auch dauerhaft bleibt. Zusammen mit vielen anderen Staaten wird auch Deutschland dabei helfen.
Aufatmen werden die Menschen in Gaza und auch in Israel nach drei Wochen Krieg. Aufatmen und wieder mit ein bisschen Alltagsleben beginnen. In Israel hoffen die Menschen, dass nun die Angriffe aus Gaza aufhören. Der israelische Ministerpräsident Olmert hat gesagt, dass die Militäraktion ein Erfolg gewesen sei. Damit meint er, dass die Hamas nun kaum noch Raketen nach Israel schicken kann. Manche der Anführer der Hamas verstecken sich, viele andere sind getötet worden. So fällt es ihnen schwer, weiter Angriffe zu planen.
Die Hamas ist aus Sicht Israels und vieler westlicher Länder eine terroristische Organisation. Ihre Anhänger haben viele Selbstmordattentate in Israel verübt. Sie hat zwar bei den letzten Wahlen in den Palästinensischen Gebieten im Jahr 2006 die meisten Stimmen gewonnen. Weil sie mit der anderen wichtigen palästinensischen Partei, der Fatah, aber tief zerstritten ist, kam es danach zu einer Teilung der Macht: Heute regiert die Fatah im Westjordanland, die Hamas kontrolliert den Gaza-Streifen.
Den Menschen in Not helfen
Bis für die Menschen im Gazastreifen so etwas wie Normalität zurückkehren kann, wird noch viel Zeit vergehen. Genaue Zahlen weiß man nicht. Die Palästinenser sagen, dass ungefähr 1200 Menschen bei den Angriffen gestorben sind, noch viel mehr Menschen wurden verletzt. Gaza ist nicht viel größer als München: Man kann davon ausgehen, dass jeder jemanden kennt, der betroffen ist. Überall hat man den Lärm der Angriffe gehört. Und niemand weiss, wie viele Menschen traumatisiert sind. Damit meint man die Nachwirkungen der Kämpfe auf die Menschen: Viele bekommen Panik und Angst, wenn es nur irgendwo laut knallt, weil es sie an den Krieg erinnert.
Außerdem wurde sehr viele Gebäude zerstört. Die Bilder hast du sicher überall in den Zeitungen und im Fernsehen gesehen. Die Menschen brauchen jetzt schnell Hilfe: Die Krankenhäuser brauchen Nachschub an Medizin - und sie müssen zuverlässig Strom bekommen. Viele Verletzte können nur mit Hilfe von stromgetriebenen Maschinen überleben. Und die Menschen brauchen auch vieles andere, zum Beispiel Mehl zum Brotbacken, Babynahrung oder Seife.
Deutschland möchte dabei helfen. Deshalb gibt das Auswärtige Amt Geld an Organisationen, die sich dort auskennen und schnell helfen können. Wir haben schon berichtet, dass das Auswärtige Amt dem Palästinensischen Roten Halbmond Spenden im Wert von 800.000 Euro versprochen hat: 5 Krankenwagen, Laborausstattung für Krankenhäuser, Windeln und Milchpulver für Babys, Seife und Waschmittel. Sie sollen jetzt schnell zu den Menschen kommen.
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Beim palästinensischen Ministerpräsidenten
(© picture-alliance/dpa)
Dauerhaften Frieden schaffen
Die Arbeit der Diplomaten fängt jetzt gerade erst an. Denn nun ist es wichtig, dafür zu sorgen, dass die Kämpfe nicht wieder beginnen. Dafür wollen die Israelis sicher sein, dass die Hamas nicht wieder neue Waffen sammelt und Raketen nach Israel schießt. Die Hamas verlangt, dass sich Israel aus Gaza zurückzieht. Bundesaußenminister Steinmeier war bereits zweimal in der Region. Er hat Gespräche mit den Politikern dort geführt, um zu vermitteln und deutsche Hilfe für den Fall der Waffenruhe anzubieten.
Am Sonntag haben sich viele Staats- und Regierungschefs in Sharm-el-Sheik in Ägypten getroffen. Die Bundeskanzlerin war auch dort. Sie hat gesagt, jetzt gehe es darum, "den Waffenstillstand dauerhaft zu machen."
Ägypten hat eine wichtige Rolle: Der Gazastreifen grenzt im Süden an Ägypten. Bisher hat die Hamas durch unterirdische Tunnel Waffen nach Gaza geschmuggelt. Deshalb muss man dafür sorgen, dass sich die Hamas nicht heimlich mit Waffen versorgen kann, aber dass trotzdem all das in das Land hineinkommt, was die Menschen brauchen. Deshalb schickt die Bundesregierung in den nächsten Tagen Experten nach Ägypten, die die Grenzschützer dort beraten sollen: Wie kann man die Grenze am besten überwachen, gibt es technische Hilfsmittel, mit denen man den Schmuggel durch die Tunnel verhindern kann.
Hier kannst Du mehr über die Gespräche des Außenminsters nachlesen.