Kämpfe im Gaza-Streifen

05.01.2009

Ein israelischer Soldat patrouilliert im Gaza-Streifen, 4. Januar Bild vergrößern Israelischer Soldat (© picture-alliance/dpa) Seit einigen Tagen kämpft Israel im Gaza-Streifen gegen die Hamas. Die israelische Regierung will erreichen, dass ihr Land nicht mehr aus dem Gaza-Streifen heraus angegriffen wird. Während der Kämpfe wurden bislang viele Menschen getötet, tausende wurden verletzt.

Wie ist es zu den Kämpfen gekommen?

Der Gaza-Streifen ist ein kleines Stück Land, umschlossen von Israel auf der einen und dem Mittelmeer auf der anderen Seite. Eine kurze Grenze gibt es auch zu Ägypten. Die beiden Karten geben einen Überblick über die Region.

Der Gaza-Streifen ist klein – mit einer Größe von 360 km2 etwa so groß wie die Stadt München. Es leben dort auch ähnlich viele Menschen – etwa 1,4 Millionen Palästinenser, die meisten von ihnen sind arm. Die Grenzen aus und nach Gaza sind die meiste Zeit geschlossen.

Gaza-Streifen und Westjordanland sind die beiden Teile der so genannten Palästinensischen Gebiete. Aus ihnen soll einmal der Staat Palästina entstehen – wenn sich Israelis und Palästinenser über die Streitpunkte, die es zwischen ihnen gibt, verständigt haben. Vor allem über die Frage, wer in diesem relativ kleinen Gebiet wo leben soll. Nur darüber sind sich fast alle einig: Frieden im Nahen Osten, ein Ende des Nahost-Konflikts, kann es erst dann geben, wenn es zwei Staaten, Israel und Palästina, gibt, die friedlich nebeneinander existieren.

Bild vergrößern Gaza-Streifen (© CIA) Kontrolliert wird der Gaza-Streifen von der Hamas. Die Hamas ist aus Sicht Israels und vieler westlicher Länder eine terroristische Organisation. Ihre Anhänger haben viele Selbstmordattentate in Israel verübt. Sie hat zwar bei den letzten Wahlen in den Palästinensischen Gebieten im Jahr 2006 die meisten Stimmen gewonnen.

Weil sie mit der anderen wichtigen palästinensischen Partei, der Fatah, aber tief zerstritten ist, kam es danach zu einer Teilung der Macht: Heute regiert die Fatah im Westjordanland, die Hamas kontrolliert den Gaza-Streifen.

Aus dem Gaza-Streifen wurde Israel in den vergangenen Jahren regelmäßig mit Raketen beschossen. In den Wochen und Tagen vor Weihnachten nahm der Beschuss noch einmal zu: Zwischen dem 17. und 24. Dezember trafen mehr als 100 Raketen und Granaten israelisches Gebiet. Häuser wurden zerstört, die Menschen dort leben in Furcht.

Deshalb gehen die israelischen Streitkräfte seit dem 27. Dezember massiv gegen die Hamas im Gaza-Streifen vor. Zunächst vor allem mit Luftangriffen, seit dem 3. Januar auch mit Panzern und Soldaten.

Bild vergrößern Unterricht in Sicherheitsräumen (© picture-alliance / dpa) Gibt es Hoffnung auf Frieden?

Politiker aus der ganzen Welt bemühen sich darum, dabei zu helfen, dass die Waffen wieder schweigen. Das ist aber nicht einfach, denn für die israelische Regierung ist klar: Sie will keine weiteren Angriffe aus dem Gaza-Streifen auf ihr Land mehr dulden. Die Hamas ist aber bisher nicht bereit, ihre Angriffe auf Israel einzustellen.

Außenminister Steinmeier sagt, dass Israel sicher sein muss, damit es Frieden geben kann. Es dürfen deshalb keine Raketen mehr aus Gaza auf Israel abgeschossen werden. Auch Waffen sollen nicht mehr nach Gaza geschmuggelt werden.

Wichtig ist aber auch, dass sich die Lebensbedingungen der Menschen im Gaza-Streifen verbessern. Die Bundesregierung gibt deshalb ganz aktuell Hilfsorganisationen Geld für die Unterstützung der Zivilbevölkerung. Damit aber nicht nur Kriegsschäden beseitigt werden, müssen auch die Grenzen des Gaza-Streifens offener werden – damit zum Beispiel Waren gekauft und verkauft werden können.

© Auswärtiges Amt

Israel und die Palästinensischen Gebiete