Ein Treffen für die Zukunft Afghanistans

06.12.2011

Soldat beugt sich zu Kind herunter Bild vergrößern Ein Soldat und ein afghanisches Kind (© picture alliance / empics) Wenn über 1000 Menschen aus mehr als 100 Ländern sich treffen, muss es schon einen ziemlich wichtigen Termin geben. In Bonn ist genau das passiert - dort haben sich am 5. Dezember Politiker aus der ganzen Welt getroffen, um über die Zukunft Afghanistans zu sprechen.

Rund 100 Staaten und Organisationen sind dafür nach Bonn gekommen und haben über die Zukunft Afghanistans geredet. Warum eigentlich ist das so ein wichtiges Thema?

Viele Kriege

Das hat mit der Geschichte Afghanistans zu tun, die vor allem eine Geschichte ziemlich vieler Kriege ist. Es würde zu lange dauern, das alles zu erzählen, aber über die Jahre haben die verschiedenen Auseinandersetzungen dazu geführt, dass das Leben in Afghanistan unsicher wurde und auch die Lage in der ganzen Region. Denn wie es bei Streitigkeiten so ist, haben auch die Nachbarländer eigene Interessen, die sie verfolgen.

Straßenszene mit einer Frau in einer Burka Bild vergrößern Komplett verhüllt - eine afghanische Frau in Burka (© picture alliance / AFP Creative)

1995 dann hat die Gruppe der so genannten Taliban die Macht übernommen und geherrscht  - allerdings ohne die Menschen zu fragen, ob sie damit einverstanden sind. Die Taliban haben die Menschen gezwungen, nach ihren strengen religiösen Vorstellungen und Regeln zu leben. Frauen hatten zum Beispiel kaum Rechte und mussten sich komplett unter großen Tüchern verhüllen - die heißen übrigens Burka. Mädchen durften nicht mehr zur Schule gehen.

Kampf gegen die Taliban

Andere Regierungen haben die Taliban deshalb ziemlich mißtrauisch beäugt. Im Jahr 2001 gerieten sie dann auch noch in den Verdacht, der Terrororganisation Al Quaida bei schlimmen Anschlägen auf die USA geholfen zu haben, bei denen sehr viele Menschen gestorben sind. Daraufhin hat die amerikanische Regierung Soldaten nach Afghanistan geschickt, um die Taliban zu bekämpfen. Ihnen gelang es, sie zu vertreiben. 

Eine neue Regierung

Nach dem Ende der Taliban-Herrschaft gab es dann schon einmal eine große Konferenz in Bonn. Vor zehn Jahren, im Dezember 2001 war das. Der afghanische Präsident Hamid Karsai Bild vergrößern Hamid Karsai - Der Präsident Afghanistans (© picture alliance / dpa)

Damals bekamen die Menschen in Afghanistan eine neue Verfassung, also Spielregeln, die für das Zusammenleben aller gelten sollen. Außerdem eine neue Regierung und einen Präsidenten, nämlich Hamid Karsai. Die neue Regierung sollte das zerstörte und arme Land wieder aufbauen. 

Unterstützt wurde und wird die Regierung dabei von einer Soldatentruppe aus mehr als 50 Ländern der ganzen Welt. Auch Deutschland hat Soldaten nach Afghanistan geschickt und hilft dort beim Wiederaufbau. 

Präsident Karsai ist inzwischen auch wiedergewählt worden, doch nicht alle Menschen akzeptieren seine Regierung. Taliban und andere Gruppen bekämpfen sie. Die Lage in Afghanistan ist also immer noch nicht so stabil, wie es sich die Menschen dort und die Weltgemeinschaft wünschen.

Verantwortung übergeben

Bei der großen Konferenz, die jetzt in Bonn stattgefunden hat, haben die Politiker besprochen, wie es gelingen kann, dass die Menschen in Afghanistan langfristig in Frieden leben können.

Eine Gruppe lachender afghanischer Kinder Bild vergrößern Sollen eine bessere Zukunft haben - afghanische Kinder (© picture alliance / dpa)

Nach und nach wollen sich die internationalen Soldaten nämlich aus Afghanistan zurückziehen und die Verantwortung an afghanische Soldaten und Polizisten übergeben. Ganz besonders wichtig ist natürlich, dass sich die verschiedenen Gruppen in Afghanistan selber nicht mehr bekämpfen und die Verfassung und die gewählte Regierung anerkennen. Außerdem müssen sich auch Afghanistan und seine Nachbarn dauerhaft vertragen.

In Bonn hat die Weltgemeinschaft nun versprochen, Afghanistan auch dann noch zu helfen, wenn die internationalen Soldaten nicht mehr in Afghanistan sind. Dafür hat Afghanistan versprochen, bestimmte Bedingungen einzuhalten. Zum Beispiel, dass die afghanische Regierung sich besondere Mühe gibt, so zu handeln, dass es für die Menschen in Afghanistan gut ist und ihre Entscheidungen gut begründet - sie soll also gut regieren. Außerdem soll es nicht mehr möglich sein, dass Leute ihre Ämter ausnutzen, um Geschäfte zu machen. Ein Beispiel dafür wäre, dass ein Bürgermeister die Aufträge immer nur an seinen Bruder gibt und sie sich das Geld dann teilen. So etwas soll nicht mehr möglich sein und strenger bestraft werden, fordern die anderen Länder.

Die klare Botschaft von dem Treffen in Bonn war: Wir lassen die Menschen in Afghanistan nicht allein. Auch wenn die Soldaten zurückgeholt werden, werden Deutschland und andere Länder weiter dabei helfen, die Lebensbedingungen für die Menschen in Afghanistan zu verbessern.

© Auswärtiges Amt

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