Kinder in bewaffneten Konflikten besser schützen
Kindersoldaten in Simbabwe
(© picture-alliance/dpa)
Leider gibt es auf der Welt noch immer sehr viele Konfliktgebiete, also Orte, wo Krieg und Gewalt den Alltag auch von Kindern bestimmen. In vielen Ländern werden auch Kinder noch immer als Soldaten eingesetzt, in Afrika zum Beispiel im Kongo, Sudan und in Somalia, aber auch in Asien und Südamerika. Viele Kinder werden dabei schwer verletzt oder sogar getötet. Manchmal sind es Sicherheitskräfte der Regierung, also Armee oder Polizei, die Kinder einsetzen. Manchmal sind es Rebellen oder andere Gegner der Regierung in einem Land.
Auf der ganzen Welt gibt es mehr als 250.000 Kindersoldaten. Aber natürlich gehören Kinder nicht als Kämpfer in einen Krieg! Auch Deutschland ist dieser Meinung und arbeitet daher energisch daran, das zu beenden.
In Kriegen und Bürgerkriegen leidet auch die Zivilbevölkerung – also die Menschen, die in dem Land leben, aber nicht an den militärischen Auseinandersetzungen beteiligt sind. Viele Kinder werden verletzt oder getötet. Manche erleben schreckliche Dinge, oftmals ohne Mutter oder Vater an ihrer Seite. Diese Kinder müssen oft Angst haben, auch lange nachdem der Krieg wieder beendet ist.
Deutschland im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen
Deutschland hat während seiner Mitgliedschaft im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in den Jahren 2011 und 2012 den Vorsitz einer sehr wichtigen Arbeitsgruppe übernommen. Diese Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit der Verbesserung der Situation von Kindern in bewaffneten Konflikten.
Damit haben wir eine besondere Verantwortung für dieses wichtige Thema übernommen.
Es gibt auch eine Sonderbeauftragte der Vereinten Nationen, die sich für Kinder in bewaffneten Konflikten einsetzt. Sie sammelt mit ihren Partnern auf der ganzen Welt wichtige Informationen. Diese Informationen werden dann zu Berichten zusammengefasst. Mit diesen Berichten beschäftigt sich der Sicherheitsrat.
"Liste der Schande"
Die Sitzungen der entsprechenden Arbeitsgruppe werden von Deutschland geleitet. Es wird überlegt, wie man Konfliktparteien und andere Gruppen dazu bringen kann, Kindern keine Gewalt mehr anzutun. Gruppen, die schlimme Verbrechen gegen Kinder begehen, werden auf eine sogenannte „Liste der Schande“ gesetzt. Auf Englisch heißt das „Naming and Shaming“.
Es gibt bisher drei Gründe, auf diese Liste gesetzt zu werden:
- Töten oder Verstümmeln von Kindern
- Anwerben oder Einsatz von Kindersoldaten
- Sexuelle Gewalt gegen Kinder.
Sicherheitsrat der Vereinten Nationen
(© picture-alliance/dpa)
Deutschland möchte unter seinem Vorsitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen eine Resolution, einen Beschluss, verabschieden, die auch noch einen vierten Grund festschreibt:
- Angriffe auf Schulen und Krankenhäuser.
Solche Angriffe sind ebenfalls ein besonders schweres Vergehen gegen Kinder. Dazu wird eine wichtige Diskussion im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen am 12. Juli 2011 stattfinden. Die Diskussion soll von Außenminister Westerwelle geleitet werden.
Viele Regierungen und Rebellenführer wollen nicht auf dieser „Liste der Schande“ stehen. Damit sie wieder davon gestrichen werden, müssen sie ihr Verhalten ändern. Sie müssen „Aktionspläne“ zusammen mit den Vereinten Nationen schreiben und diese auch umsetzen. Wenn aber zum Beispiel ein Rebellenführer oder das Militär nichts am Umgang mit Kindern ändern, können auch manchmal Sanktionen verhängt werden. Sanktionen sind Bestrafungen für Verbrechen. Das könnte zum Beispiel bedeuten, dass man Bankkonten der Betreffenden „einfriert“, so dass sie nicht mehr an ihr Geld herankommen. Auch ein Verbot von Reisen ins Ausland könnte erfolgen.
Die Bestrafung der Täter ist für Deutschland ebenfalls ein wichtiges Anliegen. Dort, wo die Regierungen nicht ausreichend bestrafen, kann auch der Internationale Strafgerichtshof diese Aufgabe übernehmen.
Kampagne "Protect my school!"
Außerdem hat unsere Ständige Vertretung in New York, also die Vertretung Deutschlands bei den Vereinten Nationen eine Kampagne gestartet mit dem Titel: „Protect my school!“ Weltweit sind Kinder, Schulen, Lehrer und andere dazu aufgefordert, Fotos, Bilder oder andere Beiträge dazu einzureichen, warum ihre Schule schützenswert ist.