Holocaust-Gedenktag: Das Schreckliche nicht vergessen

27.01.2016

Die zwölf Jahre von 1933 bis 1945, als viele Eurer Großeltern noch Kinder waren, waren das dunkelste Kapitel in der deutschen Geschichte. In Deutschland herrschten die Nationalsozialisten - eine Regierung, die für viele Menschen Leid und Tod brachte. Jedes Jahr am 27. Januar erinnern wir uns an die vielen Opfer dieser Zeit.

Die Nazis hatten genaue Vorstellungen darüber, wie das deutsche Volk auszusehen und was es zu denken und zu tun habe.

Viele Menschen waren durch die Nazis bedroht

Zum Beispiel wurden viele Menschen mit Behinderungen als "lebensunwert" bezeichnet und umgebracht. Ebenso Sinti und Roma, die damals abschätzig "Zigeuner" genannt wurden. Auch Homosexuelle (also Frauen, die sich in Frauen und Männer, die sich in Männer verlieben) wurden in Konzentrationslager gebracht.

Besonders schlimm behandelten die Nationalsozialisten Juden und alle, die sie als Juden ansahen. Millionen von ihnen vertrieben sie oder ermordeten sie - in ganz Europa.

Gedenken in Auschwitz Bild vergrößern Gedenken in Auschwitz: Jugendliche aus vielen europäischen Ländern legen einen Kranz für die Opfer nieder (© picture alliance / dpa)

Sich erinnern, damit das nicht wieder geschieht

Die meisten Menschen, die heute in Deutschland leben, sind erst lange nach diesen schrecklichen Ereignissen geboren. Gerade deshalb spricht Außenminister Steinmeier von einer "historischen Verantwortung Deutschlands". 

Was bedeutet das eigentlich? Einmal bedeutet es, sich weiter an die vielen Opfer zu erinnern. Mehr aber noch: Es bedeutet, auch heute sehr genau darauf zu achten, dass in unserem eigenen Umfeld keiner ausgeschlossen wird. Und außerdem bedeutet es, daran zu denken, dass auch heutzutage verfolgte Menschen bei uns in Europa Zuflucht suchen - so wie damals die Menschen, die aus dem nationalsozialistischen Deutschland fliehen mussten.

"Stolpersteine" halten die Erinnerung wach

Wer aufmerksam durch eine große deutsche Stadt wie Berlin oder Hamburg läuft und dabei den Blick auf den Boden richtet, findet manchmal kleine Messingplaketten wie die auf dem Bild: Sie heißen "Stolpersteine" und erinnern daran, dass

Ein Stolperstein in Berlin Bild vergrößern Dieser Stein liegt in einer Straße in Berlin. Er erinnert daran, dass hier jemand gewohnt hat, den die Nazis in ein Konzentrationslager verschleppt haben. (© picture-alliance / Christian End)

an dieser Stelle einst ein Mensch gewohnt hat, der dann von den Nazis in ein Konzentrationslager verschleppt worden ist. Dieser hier erinnert an Werner Bab. Er überlebte die Verschleppung in drei verschiedene Konzentrationslager.

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