Wozu gibt es Botschafter?
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Händeschütteln
(© picture-alliance/dpa)
Viele Informationen über andere Länder bekommt man ganz einfach im Internet – wie das Wetter in Thailand ist oder worüber man gerade in Chile spricht. Aber die entscheidenden Informationen finden sich eben nicht so leicht: Wenn das Auswärtige Amt etwa wissen will, welche Entscheidungen die Regierung in Brasilien treffen will, muss sie bei der deutschen Botschaft in Brasilia nachfragen.
Hättest Du erraten, wer sich auf dem Foto die Hand gibt? Es sind die Bundeskanzlerin und der Botschafter von Lesotho. Genauer gesagt: Bundeskanzlerin Angela Merkel begrüßt den Botschafter, weil er zu ihrem Empfang für die Botschafterinnen und Botschafter ins Bundeskanzleramt gekommen ist.
Was machen Botschafter?
Solche Empfänge durch den Regierungschef oder den Präsidenten finden in vielen Ländern in den ersten Wochen eines neuen Jahres statt. Weiter unten siehst Du ein Bild vom Empfang des Bundespräsidenten. Auch die deutschen Botschafterinnen und Botschafter im Ausland – es gibt etwas mehr als 200 von ihnen – haben wieder an vielen Empfängen teilgenommen.
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Empfang bei der Bundeskanzlerin
(© picture-alliance/dpa)
Auf solche Empfänge zu gehen, ist natürlich nur ein Teil der Aufgaben eines Botschafters. Aber ein wichtiger.
Das Foto vom Handschlag des Botschafters mit der Bundeskanzlerin zeigt, worauf es ankommt: Diplomaten sollen in den Ländern, in denen sie arbeiten, mit anderen Leuten sprechen. Möglichst mit denen, auf die es ankommt. Denn dann können sie mehr erfahren, als im Internet, im Fernsehen oder in den Zeitungen steht.
Anstrengend für die Familien
Wenn man solche Fotos von Empfängen sieht, könnte man meinen, dass es ein sehr bequemer Beruf ist, Botschafter zu sein. Meist ist es das aber nicht – gerade nicht für die Familien, die einen Botschafter oder eine Botschafterin begleiten.
Für die Familie eines Botschafters kann das Leben sogar sehr anstrengend sein. Diplomaten ziehen regelmäßig um, im Schnitt alle drei oder vier Jahre. Für die Kinder heißt das: alle drei Jahre eine neue Schule, alle drei Jahre neue Freunde.
Das kann Vorteile haben: als Jugendlicher drei Jahre in den USA zu leben, ist für viele ein Traum. Aber: Botschaften gibt es nicht nur an schönen oder interessanten Orten, auch an gefährlichen oder langweiligen. Und: wer verabschiedet sich schon gern mit 12 oder 14 Jahren für drei Jahre von allen Freunden und Mitschülern?
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Empfang beim Bundespräsidenten
(© picture-alliance/dpa)
Augen, Mund und Ohren
Und doch ist das notwendig. „Augen, Mund und Ohren“ Deutschlands – das sollen Botschafter im Ausland sein. Sie sollen also sehen und hören, was geschieht. Und sie sollen – aus der deutschen Perspektive – im Gastland erklären, was und warum etwas in Deutschland passiert.
Deshalb die häufigen Wechsel, die häufigen Umzüge: Deutsche Botschafter sollen ihr eigenes Land gut genug kennen, dass sie im Gastland berichten können, was in Deutschland geschieht und warum.
Sie müssen sich aber auch in ihrem Gastland gut genug auskennen, deshalb müssen sie dort für einige Zeit leben.
Und deshalb braucht man auch im Zeitalter des Internet Diplomaten: Wer sich trifft, kann über ganz andere Dinge sprechen, als wer sich nur per e-mail oder bei SchülerVZ austauscht.
Natürlich gibt es nicht nur Botschafterinnen und Botschafter. Ganz allgemein nennt man die Menschen, die für Deutschland im Ausland arbeiten, Diplomatinnen und Diplomaten. Was Diplomaten tun, wie man Diplomat wird – das wollen wir an dieser Stelle bald noch etwas genauer erklären.
Lesotho ist übrigens ein kleines Land im Süden Afrikas, vollständig umgeben vom sehr viel größere Südafrika.
Hier kannst Du nachlesen, wie es einigen Auszubildenden im Mittleren Dienst ergangen ist, die beim Neujahrsempfang der Bundeskanzlerin am 18.02.2009 mithelfen durften: