Forschen fürs Klima
Zwei Wochen lang wurde in Kopenhagen um den Klimaschutz gestritten. Die Vertreter von 193 Ländern haben bis in die Nacht darüber diskutiert, wie sie das Klima retten können. Aber warum wandelt sich das Klima überhaupt und was können wir persönlich dagegen tun?
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Mit Stolz zeigen die Mädchen und Jungs die Urkunden, die sie zum Abschluss bekommen haben
(© AA/Willems)
Am anderen Ende der Welt, in China, haben deutsche und chinesische Kinder einen Tag lang genau diese Fragen untersucht. In Shanghai fand nämlich zum ersten Mal eine Kinderuni statt. Anna, Sabine, Tim und Shao Huiyi waren dabei und haben einen Tag erforscht, was Klimawandel ist.
Um halb neun Uhr morgens geht es los: 46 deutsche und chinesische Schüler strömen in den Hörsaal der Tongji-Universität in Shanghai, um ihre erste Vorlesung über den Klimawandel zu hören. Vorne am Pult erklärt Professor Li Guang Ming, wie aus Abgasen Erderwärmung wird und warum der Klimawandel dazu führt, dass in Grönland das Eis schmilzt und die Inselkette Tuvalu davon bedroht ist, im Pazifischen Ozean zu versinken.
Nach der Vorlesung ins Labor
Vom Hörsaal geht es zum Klima-Experiment ins Labor. Tim, der die 6. Klasse der Deutschen Schule Shanghai besucht, hat in einem Experiment gelernt, wie sich Sanddünen bewegen: „Es gab verschiedenen Arten von Sand in unterschiedlichen Schüsseln, nasser und trockener Sand, Sand mit größeren Körnern und mit ganz kleinen. Neben jeder Schüssel lagen Föhne, mit denen wir den Sand wegpusten sollten. Wir sollten feststellen, welcher Sand am weitesten fliegt. Am Ende haben wir in einer Schüssel eine Pflanze in den Sand gesteckt und wieder auf den Sand geföhnt. Und da flog kaum etwas weg.“
Erstes Ergebnis: Je kleiner und je trockener der Sand ist, desto weiter fliegt er weg. Zweites Ergebnis: Wenn Pflanzen oder Bäume in der Wüste eingepflanzt werden, würde nicht so viel Sand durch die Gegend geblasen werden und die Dünen würden nicht wandern. Durch den Klimawandel breiten sich die Wüsten auf der Erde immer weiter aus. Für die Menschen bedeutet das weniger Nahrung und Wasser.
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In der Wissenschaft muss man sorgfältig arbeiten: beim Experimentieren mit einem Wasserfilter
(© AA/Willems)
In einem anderen Experiment bauen die Schüler eine Mini-Kläranalage. Tim: „Wir haben Steine, Baumwolle, Kohle und andere Sachen in eine leere Plastikflasche ohne Boden gefüllt und dann haben wir schmutziges Wasser reingegossen und unten kam es einigermaßen sauber wieder raus. Wir haben experimentiert und trotzdem etwas gelernt - so müsste auch der Unterricht in der Schule sein!“
Klima retten - aber wie?
Und was können wir tun, um dem Klima zu helfen? Sabine und Anna sind sich einig: Strom sparen. Oder öfter mal aufs Auto verzichten und das Fahrrad oder den Bus nehmen. Tim schlägt vor, das Benzin teurer zu machen und dafür die Fahrkarten für Busse und U-Bahnen billiger. Dann würden mehr Leute ihr Auto stehen lassen. Vielleicht sollen die Politiker auch mehr Geld für Bäume ausgeben, die dann überall auf der Welt gepflanzt werden.
Der Siebtklässler Shao Huiyi bringt es auf den Punkt: „Für das Schicksal unseres Planeten sind wir selbst verantwortlich. Er ist zerbrechlich wie der Schokoguss auf dem Vanilleeis. Wir müssen auf unsere Erde sehr, sehr gut aufpassen“.
Wer studiert, sollte auch mal ins Ausland gehen
Die Idee für die Kinderuni hatte übrigens der DAAD. Das steht für „Deutscher Akademischer Austauschdienst“ und ist eine Organisation, die deutschen Studenten dabei hilft, auch einmal außerhalb von Deutschland zu forschen. Der DAAD holt aber auch ausländische Forscher und Studenten nach Deutschland. So können sie sich austauschen und voneinander lernen.
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Wüste in Namibia (Afrika)
(© picture-alliance/dpa)
Und Kopenhagen? Am Ende haben sich die Regierungen auf einen Kompromiss geeinigt, der ein erster kleiner Schritt zu einer Verbesserung ist. So richtig gut findet das Ergebnis aber keiner. Die Rettung des Klimas ist eben eine schwere Aufgabe.
Mehr zu Kopenhagen:
www.regierenkapieren.de