Indien: Wie das Auswärtige Amt hilft

28.11.2008

Mumbai:Sicherheitskräfte vor dem Bahnhof Bild vergrößern (© picture-alliance/dpa) In der indischen Millionenstadt Bombay (Mumbai) haben Terroristen viele Menschen getötet und verletzt. Auch ein Deutscher Tourist starb, als er sich retten wollte. All das hast Du bestimmt in den Nachrichten gesehen und gehört.

Die Terroristen wollen Angst und Schrecken verbreiten. Dazu brauchen sie viele Bilder im Fernsehen. Deshalb suchen sie sich extra Ziele und Opfer aus, wo sich besonders viele Menschen aufhalten. Dazu gehören Hotels, Restaurants und der Bahnhof.

Für das Auswärtige Amt und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bedeutet so eine Katastrophe eine große Herausforderung. Denn Deutschen, die im Ausland in Not geraten sind, muss geholfen werden – und dafür ist das Auswärtige Amt verantwortlich.

Erst einmal müssen sich die Mitarbeiter ein genaues Bild machen: Sind Deutsche betroffen? Wo halten sie sich auf? Wie kann man genau helfen?

Dazu nutzen die Diplomaten ihre Kontakte im  Gastland – zur Regierung und zur Polizei. Sie schauen in Krankenhäusern nach deutschen Opfern und gehen vor Ort, wenn es nicht zu gefährlich ist.

Arbeit rund um die Uhr

Mit diesen Informationen kann dann in Berlin und am Ort des Geschehens reagiert werden. Ein Krisenstab wird eingerichtet, Helfer kümmern sich um die Opfer, Deutsche werden in der Botschaft oder im Generalkonsulat betreut. Wenn nötig, holt ein Regierungsflugzeug Deutsche aus der Krisenregion.

Natürlich braucht es für diese Hilfsmaßnahmen Hände und Köpfe – zum Telefonieren, Nachfragen und auch Trösten. In Berlin ist das einfach, aber das Personal an den Auslandsposten ist begrenzt. Deshalb wurden aus der deutschen Botschaft Neu Delhi, der Hauptstadt Indiens, weitere Mitarbeiter nach Mumbai geschickt. Auch Ärzte und Psychologen helfen den Deutschen vor Ort.

So eine Krise ist sehr anstrengend für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – gleichzeitig ist es ein sehr schönes Gefühl, wenn die Geholfenen ihre Dankbarkeit zeigen.

Auch Außenminister Steinmeier lässt sich bei solchen Krisen rund um die Uhr unterrichten.

In Mumbai waren aber auch zwei Mitarbeiterinnen des Auswärtigen Amts direkt betroffen: Sie saßen in einem der Hotels fest, das die Terroristen angegriffen hatten. Beide waren auf Dienstreise, um die Kolleginnen und Kollegen vor Ort bei ihrer täglichen Arbeit zu beraten. Erst nach fast zwei Tagen konnten sie von indischen Polizisten befreit werden.

Du siehst: Die Arbeit im Auswärtigen Amt ist nicht nur interessant und spannend, sondern manchmal auch riskant. 

© Auswärtiges Amt