Somalia: Kampf den Piraten

17.12.2008

Bild vergrößern Piraten im Legoland (© dpa/picture-alliance) Spielst Du gern Seeräuber oder Pirat? Im Legoland wie hier im Bild oder mit Playmobil ist das ja ganz lustig. Oder auch in einem Buch darüber zu lesen. Piraten sind aber auch heute noch ein großes Problem - zur Zeit besonders vor der Küste Afrikas, in Somalia.

Deshalb muss sogar die Bundeswehr dabei helfen, dass es in Somalia nicht immer mehr Piraten gibt.

Wie ist es dazu gekommen?

Somalia ist ein Land an der Ostküste Afrikas - ein sehr armes Land. Dort herrscht Bürgerkrieg. Es gibt keine echte Regierung. Viele Menschen können für ihre Nahrung oder Medikamente nicht selbst sorgen.

Weil sie arm sind, und weil es keine Polizei gibt, werden immer mehr von ihnen zu Piraten. Klar: Das ist kein Beruf, den sie gelernt haben - sie werden Piraten, weil das eine Möglichkeit für sie ist, schnell Geld zu verdienen. Denn auf dem Meer vor Somalia ist mehr zu erbeuten als im Land selbst.

Allein in diesem Jahr haben die Piraten schon mehr als 200 Schiffe vor den Küsten Somalias angegriffen. Und das ist nicht wie im Abenteuerroman: die Seeleute werden bedroht und ausgeraubt, häufig auch entführt und nur gegen Zahlung von Lösegeld freigelassen.

Bild vergrößern Piraten entern ein Frachtschiff (© dpa/picture-alliance) Wie sieht es heute aus?

Im Moment sieht es ziemlich düster aus: Die Piraten haben 17 Schiffe und rund 200 Menschen in ihrer Gewalt. Und weil die Piraterie so ein einträgliches Geschäft ist, gibt es immer mehr Piraten. Das bedeutet, dass die Gefahr für die Schiffe, die vor der Küste Somalias fahren, weiter ansteigt.

Gleichzeitig sind viele Menschen in Somalia auf Hilfe von außen angewiesen. Viele Staaten oder Organisationen bringen Nahrungsmittel auf Schiffen ins Land. Diese Schiffe werden aber mittlerweile so oft von Piraten angegriffen, dass die Eigentümer der Schiffe sie nicht mehr verleihen.

Und es geht nicht nur um die Schiffe mit Nahrungsmitteln für Somalia. Im Schnitt alle 30 Minuten fährt ein Schiff vor Somalias Küste: Viele Transportschiffe, die Güter von Europa nach Asien oder zurück bringen. Auch viele Touristen fahren auf Kreuzfahrtschiffen dort vorbei.

Deutsche Soldaten gehen an Bord eines Frachtschiffes Bild vergrößern Soldaten im Einsatz (© dpa/picture-alliance / Carsten Heyng/Marine) Und was kann Deutschland tun?

Alleine kann Deutschland natürlich nicht viel tun. Die Länder der Europäischen Union haben aber gemeinsam einen Plan entwickelt: Zusammen wollen sie mit Schiffen und Soldaten vor der Küste von Somalia aufpassen, dass die Piraten nicht mehr wie bisher so leicht Beute machen können:

Die Schiffe mit Nahrungsmitteln und anderer Hilfe für die Somalierinnen und Somalier sollen wieder sicher fahren können. Und die Handelsschiffe sollen besser geschützt werden.

Deutschland will sich daran beteiligen. Die Entscheidung trifft in diesen Tagen der Deutsche Bundestag. Am kommenden Freitag, den 19. Dezember, wird er darüber abstimmen. Wenn er zustimmt, können bis zu 1.400 deutsche Soldatinnen und Soldaten mitmachen.

Klar: Gegen Piraten kann man nicht nur auf See etwas unternehmen. Eigentlich bräuchte Somalia eine Regierung, die das Problem selbst in die Hand nimmt. Das kann aber nicht von anderen Ländern bestimmt werden. Dazu sind die Menschen in Somalia hoffentlich bald selbst in der Lage.

Mehr über den Einsatz in Somalia erfährst Du hier

© Auswärtiges Amt