Kongo: Kinder auf der Flucht

14.11.2008

Kindersoldaten im Kongo Bild vergrößern Kindersoldaten im Kongo (© picture-alliance/dpa) Im Osten Kongos herrscht Bürgerkrieg - und die Kinder leiden. Sie flüchten zusammen mit ihren Familien vor den Kämpfen. Mehr als 250.000 Menschen sind seit diesem Sommer auf der Flucht, und die Hälfte davon sind Kinder.

Sie verlassen ihre Dörfer. Sie marschieren durch den Regenwald, sie schlafen unter freiem Himmel. In Flüchtlingslagern suchen sie Schutz vor den Kämpfen - und hoffen auf sauberes Wasser, Essen, Medikamente und ein Zelt. Aber jeden Tag sterben auch viele Kinder: durch die Kämpfe, oder weil sie verhungern, verdursten oder krank werden

Warum nur?

Die Demokratische Republik Kongo ist ein sehr großes, und ein sehr reiches Land. Denn es gibt viele Bodenschätze, wertvolle Metalle und Diamanten. Wer diese Bodenschätze kontrolliert, kann sehr reich werden. Auch deshalb bekämpfen sich verschiedene verfeindete Gruppen und die Armee des Landes.

Die Kämpfer - oft auch die Armee - nehmen keine Rücksicht auf die Bevölkerung. Im Gegenteil: Häufig brennen sie ganze Dörfer ab und töten die Bewohner, um noch mehr Macht zu erreichen. Die Geschäfte in den Dörfern und Städten werden ausgeraubt.

Deshalb fliehen die Menschen. Sie haben Angst vor den Soldaten. Sie lassen ihre kleine, aber sichere Welt zurück. Sie gehen nicht mehr auf die Felder, sie säen nicht mehr, sie ernten nicht mehr. Hunger bricht aus.

Wie kann geholfen werden?

(© Goma /Myriam Asmani) Schon seit langem sind die internationalen Hilfsorganisationen vor Ort. Aber ihre Arbeit wird durch die Kämpfe immer schwerer. Sie kommen mit ihren Hilfslieferungen nur schwer zu den Flüchtlingslagern durch. Und viele Menschen, die noch umherirren, erreichen sie gar nicht.

Schaut die Welt nur zu?

Schon seit acht Jahren sind ausländische Soldaten im Kongo, um für Ruhe zu sorgen. 17.000 Friedenssoldaten der Vereinten Nationen versuchen, die Menschen zu schützen. Die Kämpfe konnten sie aber nicht verhindern.

Was tut Deutschland?

Zunächst müssen die Waffen schweigen, damit die Hilfe zu den Menschen kommen kann. Aber darüber hinaus muss es auch zu einer wirklichen politischen Einigung kommen. Keiner verlangt, dass alle Kämpfer sofort beste Freunde werden. Sie sollen aber aufeinander zugehen und verabreden, wie man in Zukunft in Frieden leben kann.

Den Flüchtlingen und Vertriebenen hilft Deutschland auch direkt, indem Geld an Hilfsorganisationen gegeben wird: Insgesamt 7 Millionen Euro stehen für Krankenstationen, Essen, Seife, Notunterkünfte und Behelfs-Toiletten zur Verfügung.

© Auswärtiges Amt

Ein kongolesisches Versöhnungslied

Versöhnungslied Audio File

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(© Cubain Kabeya)