Rote Hände für mehr Kinderrechte

21.05.2012

Rote Hände gegen Kindersoldaten Bild vergrößern (© AA) Außenminister Westerwelle hat eine ganze Menge von roten Kinderhänden geschickt bekommen. Es sind natürlich keine echten Hände, sondern nur Abdrücke auf Papier. Warum? Weil rote Hände weltweit ein Symbol dafür sind, dass man sich gegen den Einsatz von Kindersoldaten stark macht. Viele Kinder und Jugendliche in Deutschland haben das getan, und dafür dankt ihnen der Außenminister ganz besonders. Er findet, die Aktion "Rote Hand" ist ein Beispiel für die Hilfe von Kindern für Kinder.

In vielen Ländern auf der Welt müssen Kinder als Soldaten im Krieg kämpfen. Das ist für uns in Deutschland oder Europa unvorstellbar. Hier glaubt man, dass Kinder ein Recht auf eine unbeschwerte Kindheit haben, dass sie in die Schule gehen sollen, um etwas zu lernen und dass sie Zeit brauchen, um mit Freunden und Familie zu spielen. In manchen Ländern aber, wo es oft seit Jahren und Jahrzehnten Krieg oder bewaffnete Konflikte gibt, werden Kinder dazu gezwungen, als Soldaten zu kämpfen. Zum Beispiel in  Afghanistan, afrikanischen Ländern wie Sudan, Somalia oder Uganda, aber auch Indonesien, Nepal oder Sri Lanka in Asien.

Kinder werden gezwungen zu kämpfen

Die Kinder können sich meistens nicht wehren und müssen tun, was ihnen gesagt wird. Häufig werden sie von bewaffneten Gruppen entführt und gezwungen, für sie zu kämpfen. Manchmal werden sie unter Drogen gesetzt und so willenlos gemacht. Manchmal wird ihnen auch versprochen, dass sie viel Geld verdienen und damit ihren Familien helfen können. Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass auf der ganzen Welt ungefähr 250.000 Kinder als Soldaten in Konflikten eingesetzt werden. Dafür, dass das nicht sein darf, steht die rote Hand. Kindersoldaten in Afrika Bild vergrößern (© picture-alliance/ dpa) Eigentlich ist es nämlich schon seit dem Jahr 2002 international verboten, dass Kinder und Jugendliche, die unter 18 sind, in Kriegen kämpfen. Aber nicht alle Länder halten sich daran. Auf diese schlimme Situation soll einmal im Jahr ein Aktionstag aufmerksam machen: der so genannte "Red hand day" - also der Tag der roten Hände. Er findet jedes Jahr am 12. Februar statt. Weltweit werden dafür die Abdrücke roter Hände gesammelt, zum Beispiel an Schulen oder in Vereinen. Die gesammelten roten Hände werden dann an einflussreiche Politiker geschickt, die sie wiederum weiter an die Vereinten Nationen leiten, um zu zeigen, dass viele Menschen dagegen sind, dass Kinder in manchen Ländern nicht ausreichend geschützt sind.

Wichtiges Engagement

Außenminister Westerwelle hat auch in diesem Jahr wieder viele rote Hände geschickt bekommen, die Kinder in ganz Deutschland gesammelt haben. Bisher waren es schon mehr als 2000 Stück. Einen Teil davon siehst du auf dem Foto. Dafür hat er sich bei vielen Schulklassen bedankt und sie in ihrem Engangement bestärkt. "Kinder müssen das Recht und die Möglichkeit haben, in Frieden und Geborgenheit aufzuwachsen", findet Außenminister Guido Westerwelle. Er glaubt, dass die Zukunft unserer Gesellschaften davon abhängt, wie mit Kindern umgegangen wird. Die Bundesregierung setzt sich daher dafür ein, dass die Rechte von Kindern weltweit gestärkt werden. Zum Beispiel leitet Deutschland eine Arbeitsgruppe im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, die die Situation von Kindern in bewaffneten Konflikten verbessern will. Außerdem unterstützt Deutschland viele Projekte, in denen ehemalige Kindersoldaten lernen, ihre Erlebnisse zu verarbeiten und wieder ein normales Leben zu führen.

Und Ihr könnt weiter rote Hände sammeln, denn auch im nächsten Februar gibt es wieder einen Redhand Day. Und wenn er dazu beiträgt, dass Kinder in Kriegen nicht vergessen werden, ist schon viel erreicht.

© AA

Was ist / sind eigentlich...

Begriffe aus der Politik sind oft schwer zu verstehen. Wir erklären sie deshalb leichtverständlich.