Zu Wasser, zu Lande und in der Luft

15.04.2012

Westerwelle verlässt eine Regierungsmaschine Bild vergrößern Westerwelle verlässt eine Regierungsmaschine (© picture alliance / dpa) Ihr wisst es wahrscheinlich aus dem Fernsehen: Der Außenminister ist ziemlich viel in der Welt unterwegs. Auf seinen Reisen bespricht sich Guido Westerwelle mit Politikern aus anderen Ländern, trifft wichtige Entscheidungen und versucht gleichzeitig, Deutschland im Ausland gut darzustellen. 

Meistens besucht er dabei die Außenminister der anderen Staaten, oft trifft er aber nicht nur Politiker, sondern auch ganz normale Menschen - zum Beispiel Unternehmer, Künstler oder Leute, die sich sozial engagieren. Denn wichtig ist es, auf so einer Reise möglichst vielfältige Eindrücke zu sammeln, um sich ein gutes Bild über die Lage im jeweiligen Land machen zu können.

Leider hat er jedoch kaum Zeit, mehrere Tage in einem Land zu verbringen. So steht er bei fast jeder Reise vor der Frage: "Wie schaffe ich es, in so kurzer Zeit möglichst viel zu erreichen?" Es kommt nicht selten vor, dass er innerhalb einer Woche drei oder vier Länder besucht.

Ein Beispiel

Vor kurzem zum Beispiel ist Guido Westerwelle an einem Wochenende nach Jemen und Saudi-Arabien gefahren - zwei Länder in zwei Tagen. Beide Länder liegen auf der arabischen Halbinsel - das ist die größte Halbinsel der Welt. Wenn Du auf die Landkarte schaust, findest Du sie, wenn Du mit dem Finger von Afrika nach Asien fährst. Die Altstadt von Sanaa Bild vergrößern Die Altstadt von Sanaa (© picture alliance / dpa)

Die Haupstadt von Jemen - Sanaa - sieht märchenhaft aus, ein bisschen wie aus "Tausendundeiner Nacht": Es gibt viele orientalische Gebäude, Moscheen und steile Häuser aus Lehm mit aufwendigen Verzierungen. In Jemens Haupstadt Sanaa hat Westerwelle nicht nur den jemenitischen Präsidenten und Außenminister getroffen, sondern auch Mitglieder der Demokratiebewegung. Das sind Menschen, die sich dafür einsetzen, dass die Bevölkerung im Jemen mehr Rechte bekommt und die Möglichkeit, sich an politischen Entscheidungen zu beteiligen. Die Demokratiebewegung  hat in Jemen schon Einiges erreicht - der ehemalige Präsident, der jahrzehntelang geherrscht hat, ohne dass es echte freie Wahlen gab, musste sein Amt abgeben, und die Menschen durften einen neuen Präsidenten wählen. 

Trotzdem ist im Jemen nach wie vor viel zu tun. Die meisten Menschen sind sehr arm, es geht also darum, dass die Wirtschaft aufzubauen, damit sich das Leben der Menschen verbessert. Und auch politisch muss noch Einiges geschehen, auch wenn es erstmal einen neuen Präsidenten gibt. Längst sind nicht alle zufrieden, es gibt noch Auseinandersetzungen zwischen den Anhängern des früheren Präsidenten und Menschen, die noch mehr Rechte und eine echte Demokratie wollen. Deswegen sollen die verschiedenen Gruppen jetzt eine neue Verfassung - also Regeln dafür, wie die Menschen zusammenleben - ausarbeiten. Bei seinem Besuch hat Außenminister Westerwelle den Menschen im Jemen zugesagt, dass Deutschland ihnen bei diesen großen Aufgaben helfen wird.

Viele Themen, viele Termine und wenig Zeit Guido Westerwelle in Saudi-Arabien Bild vergrößern Westerwelle in Saudi-Arabien (© picture alliance / dpa)

Nach Jemen ging es dann weiter nach Saudi-Arabien. Auch hier: Termine, Termine, Termine. Außenminister Westerwelle hat zum Beispiel den saudischen Außenminister Prinz Saud Al-Faisal getroffen, aber auch saudische Studenten, die schon einmal mit einem Jugendaustausch nach Deutschland gekommen sind. Und er besuchte den Golfkooperationsrat, einen Zusammenschluss verschiedener arabischer Staaten. Denn bei Reisen geht es nicht immer nur um die Beziehungen zu dem Land, das der Minister besucht. Häufig geht es um größere Themen, die zum Beispiel die Nachbarschaft des besuchten Landes betreffen. So ging es bei den Gesprächen in Saudi-Arabien etwa auch um die Lage in Jemen, aber auch in Syrien. Denn wenn es in einem Land Unruhen gibt, kann das schnell auf die Nachbarländer übergreifen.

Doch auch wenn es immer viel zu besprechen gibt, ist die Zeit meistens knapp - am nächsten Tag musste Guido Westerwelle nämlich schon wieder ganz woanders hin: nach New York, wo er einen wichtigen Termin bei den Vereinten Nationen hatte. Westerwelle in Pakistan mit Bus unterwegs Bild vergrößern Umsteigen auf den Bus (© picture alliance / dpa)

Puh, gut, dass es Flugzeuge gibt, wirst du jetzt denken - bei den langen Strecken! Stimmt auch - meistens reist der Außenminister natürlich im Flugzeug von Land zu Land. Aber das klappt auch nicht immer. In Pakistan musste Außenminister Westerwelle mal in einen Bus umsteigen, weil so dichter Nebel herrschte, dass Flugzeuge in der Hauptstadt nicht landen konnten. Das hat die ganzen Termine natürlich ordentlich durcheinandergebracht. Andererseits hatte der Außenminister dank der ungeplanten Bustour die Gelegenheit, viel vom Land zu sehen.

© AA